19.12.2011, Metropole Ruhr, Wissenschaft und Forschung

Bochumer Philologe untersucht das Plagiat als Literaturform

Bochum (idr). "Copy and paste" auf wissenschaftlicher Basis: Seit der Affäre Guttenberg ist das Thema Plagiat in aller Munde. Prof. Dr. Reinhold Glei von der Ruhr-Universität Bochum (RUB) blickt in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Neulateinisches Jahrbuch" deutlich weiter zurück. Sein Fazit: In der Antike bekannten sich Plagiatoren ganz offen zu ihren Werken. Es entstanden Centos - das sind Gedichte, die vollständig aus Versatzstücken anderer Autoren zusammengesetzt sind. Die Kunst der Centonarier bestand darin, das Material so zu arrangieren, dass ein völlig neuer, manchmal sogar gegensätzlicher Sinn entstand.

Zwei fundamentale Unterschiede machte der RUB-Forscher aus: In Zeiten ohne Suchmaschinen mussten Plagiatsfinder eine gewaltige Menge von Texten auswendig können und die Plagiatoren kennzeichneten ihre Werke im Titel mit Cento. Einen Doktortitel hätten sie dafür auch nicht beansprucht.

Weitere Informationen unter www.ruhr-uni-bochum.de/klass-phil/

Pressekontakt: RUB, Prof. Dr. Reinhold F. Glei, Telefon: 0234/32-22761, E-Mail: reinhold.glei@rub.de; Pressestelle, Dr. Josef König, Telefon: -22830, -23930, Fax: -14136, E-Mail: pressestelle@presse.rub.de;

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